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Zu Besuch auf dem Warnke Hof in der Altmark

Sophia berichtet aus Sachsen-Anhalt

Am Morgen des 18. August aus Berlin mit ganz guter Anbindung nach Tangerhütte gefahren, wurde ich von Uta abgeholt. Sie arbeitet seit 6 Jahren bei Christian auf dem Warnke Hof mit dem Schwerpunkt „Mutterkuhherde“. Uta ist Spezialistin für extensive Rinderhaltung und hat DEN Blick für die Kühe 🙂 Sie steckt ihr Herzblut in den Umgang mit den Kühen und ihrer vielfältigen Ideen und innovativen Ansätze für den Hof.

Innovativ ist ein passendes Stichwort für Christians Hof und sein Team. Christian der Visionär und Pionier in der kargen Gegend der Altmark. In direkter Umgebung ist er Alleinbestreiter der Ökologischen Landwirtschaft. Er hat 2010 den Betrieb seines Vaters übernommen, nachdem er zuvor in Halle Geschichte und Physik an der Uni lehrte und per Fernstudium Landwirtschaft studierte. Christians Bezug zur Geschichte macht den Hof besonders lebendig. Er hat sich alle Karten über die Gegend besorgt und kennt die landwirtschaftlichen Verhältnisse vor Ort seit Anno 1400…

Zu Beginn der Hofübernahme stellte er direkt auf Ökologischen Landbau um und tauschte mit umliegenden Landwirten Flächen, bis er zusammenhängende Äcker rings um seinen Hof erhalten hat. Angrenzend befindet sich ein Spargelbetrieb. Christian besitzt eine eigene Relation für Größe. Während des Hofbesuchs staune ich immer wieder über die Ausmaße der Flächen. Das Warnke Hof-Team bewirtschaftet über 2000ha Land und Forst. Besonders das Aufforsten und die Waldrandgestaltung sind für Christian einen Herzensaufgabe. Er betont mehrmals, dass er nicht herkömmlichen Sinne wirtschaftet, sondern versucht vorausschauend zu gestalten und seine Visionen für den Hof und die Flächen umzusetzen. Es wird schnell klar: Hier entsteht etwas Spezielles und hier handeln Menschen mit guten Ideen für unser aller Zukunft!

„Das Allerwichtigste sind für mich die Hecken“ Christians Ausspruch wird greifbar, während er mir die Flächen zeigt. Vögel können darin brüten und leben, Insekten finden Schutz, „der Wind fegt mir nicht meinen jahrelang wertvoll aufgebauten Humus davon“, wir Menschen haben wieder was fürs Auge und teilweise sogar zum Naschen unterwegs. Seine Pflanzungen reichen von essbaren Gehölzen wie Felsenbirne, Johannissträucher, Apfel, Zwetschge über Laubgehölze bis hin zu reinen Ziersträuchern. Alles ist vertreten und sinnvoll eingebracht. Christian hat begonnen seine Äcker zu parzellieren und Hecken dazwischen zu pflanzen. Er plant seine Hecken auch zur Futternutzung einzusetzen, damit die Mutterkuhherde das Laub fressen kann und somit weitere sinnvolle Kreisläufe entstehen können.

Christian kann dazu von vielen Erlebnisse  mit den zuständigen Behörden berichten, und was im Laufe der Jahre so alles passiert ist: Ablehnungen von wichtigen, sinnvollen Projekten aufgrund kleinlicher, bürokratischer Mängel oder nicht nachvollziehbarer Begründungen. Mit all dem sieht sich das Warnke- Team regelmäßig konfrontiert und die Mühe, die in jedem Antrag steckt, scheint oft nicht gewürdigt und gesehen.

Doch es wäre nicht das Team vom Warnke Hof, wenn sie sich davon nicht noch mehr angespornt sehen würden, „Jetzt erst recht“. Hecken werden aus eigener Tasche gepflanzt und Christian hält an seinen Planungen fest. „Irgendwer muss den Anfang machen und dann mache ich es eben“. Dies verdeutlicht die nächste Schwierigkeit: Christian und sein Team wünschen sich mehr Menschen, die mit ihnen die vielen Flächen bewirtschaften: „Die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt. Wer mitgestalten möchte ist herzlich willkommen: „Probier dich aus und ich helfe dir dabei“, so die Einladung von Christian. Was wünscht man sich mehr? 🙂

Ich bedanke mich von ganzem Herzen bei Uta, Kaya und Christian für den tollen Tag und all die Zeit, die sie sich genommen haben. Ihr seid ein klasse Team!

Ich wünsche mir, dass wir gemeinsam mit der Ackercrowd helfen können, eure Ideen zu verwirklichen. Auch wollen wir junge Menschen ansprechen, die die Möglichkeiten in Sachsen-Anhalt ökologische Landwirtschaft mit euch zu betreiben erkennen und sich einen Einstieg auf dem Hof vorstellen können.

Ich freue mich schon auf den nächsten Besuch auf dem Warnke Hof! Zum Andenken gab es übrigens köstlichen Honig, natürlich selbst geimkert  😉